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Die Kaffeepflanze kennenlernen – Merkmale und Arten

Wenn wir einen köstlichen Latte Macchiato mit unserem Kaffeevollautomaten brühen, vergessen wir oft, dass unser Lieblingsgetränk aus einer Pflanze stammt. Auf der ganzen Welt wachsen Millionen von Kaffeebäumen. Ihre Früchte, die Kaffeekirschen, sollen uns den ganzen Tag mit Energie versorgen. Aber wie sieht eigentlich eine Kaffeepflanze aus? Wie viele Sorten gibt es? Und wie wirken sich die Pflanzen und Kirschen auf das Getränk aus, das wir jeden Tag konsumieren? Lies am besten weiter, um es herauszufinden.

Eine kurze Geschichte über Kaffee

Welches Land kommt dir in den Sinn, wenn du das Wort „Kaffee“ hörst? Kolumbien, Brasilien, Indonesien? Eigentlich stammt die Kaffeepflanze nämlich aus Äthiopien.

Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich Kaffee in Afrika und im nahen Osten und von dort aus in der ganzen Welt. Es gibt Dutzende von Geschichten darüber. Alle sagen etwas anderes aus: Von Heiligen die Bohnen aus dem Jemen stibitzten, bis zu europäischen Mächten, die sie in ihren Kolonien neu anpflanzten. Unbestreitbar ist jedoch, dass Imperien eine bedeutende Rolle dabei hatten.

Ein kurzer Vorausblick in die Gegenwart: Kaffee ist in Teilen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft. Selbst nichtproduzierende Länder leben auch von Kaffee, rösten und konsumieren jeden Tag riesige Mengen. Aber was ist das eigentlich für ein Getränk? Aus was ist es gemacht?

kaffeepflanze zweige und blätter

Wie sieht die Kaffeepflanze eigentlich aus?

Der Name „Kaffeebohne“ ist eigentliche eine Lüge, denn Kaffee entstammt aus einem Samen. In der Regel findest du zwei dieser Samen in jeder Kaffeekirsche. Die Kaffeepflanze könnte auch als Baum eingestuft werden, da sie bis zu 9 Meter hoch werden kann. Auf Kaffeefarmen wird sie jedoch eher gekürzt, um die Ernte zu vereinfachen. Infolgedessen sieht die Kaffeepflanze eher aus wie ein Busch.

Die Zweige und Blätter

Am Hauptstamm der Kaffeepflanze wachsen insgesamt bis zu drei weitere, kleine Zweige. Aus diesen wachsen paarweise dunkelgrüne, wachsartige Blätter. Das Blatt ist für die Pflanze von grundlegender Bedeutung, da dort die Photosynthese stattfindet. Mit anderen Worten: Ohne Blätter wäre die Kaffeepflanze antriebslos. Aus diesem Grund könnte sie niemals die köstlichen Kaffeekirschen tragen, welche die Kaffeebohnen enthalten.

Die Blüten

Nach drei oder vier Jahren blüht die Kaffeepflanze zum ersten Mal. Dann wachsen kleine, zarte und weiße Blüten dort, wo sich Blätter und Zweige aneinanderfügen. Dabei geben sie ein süßes Aroma ab. Die Blätter und Blüten dienen der Kaffeepflanze, sich zu vermehren und zu erhalten.

kaffeekirschen

Die Kaffeekirschen

Sechs bis acht Wochen nach der Bestäubung tragen die Blüten eine kirschenartige Frucht. Die unreifen Kirschen sind zunächst grün. Im Laufe der Zeit färben sie sich je nach Sorte rot, gelb, orange oder sogar pink. Während des Reifevorgangs werden sie immer süßlicher.

Übrigens das enthaltene Koffein wirkt abschreckend gegen die meisten Raubtiere. Leider zieht es aber auch einen der schlimmsten Kaffeeschädlinge, den Kaffeekäfer an. Für das Überleben benötigt dieser Koffein.

In der Kaffeekirsche selbst befinden sich mehrere Schichten. Bei der äußersten Schicht handelt es sich um die Fruchtschale. Das Fruchtfleisch wird als Mesokarp bezeichnet. Die Samenschale heißt Endokarp. Des Weiteren gibt es noch die Silberhaut und den Kaffeesamen. Diese werden auch als Endosperm mit Embryo bezeichnet. 

Die Kaffeesamen

In jeder Kaffeekirsche befinden sich zwei kleine Samen, es sei denn, es handelt sich um eine Perlbohne. Im Fachjargon nennt man diese auch Peaberry, einer seltenen Laune der Natur. Anstelle von zwei fast erdnussähnlichen Samen, enthält sie eine größeren, runderen und erbsenförmigen Samen. Dies ist nur bei etwa fünf Prozent der Kaffeekirschen der Fall. 

Diese Samen werden aufwendig weiterverarbeitet, bevor sie getrocknet, geröstet und gemahlen werden. Anschließend können sie zu unserem Lieblingsgetränk verarbeitet werden. Aber nicht alle Kaffeepflanzen sehen gleich aus.

Die verschiedenen Arten an Kaffeepflanzen

Kaffee hat über hundert verschiedene Arten und jede davon kann in weitere Untersorten eingeteilt werden. All dies hat großen Einfluss auf den Geschmack, den Koffeingehalt und den Anbau.

verschiedene kaffeebohnen

Die 2 wichtigsten Kaffeearten: Arabica und Robusta

Arabica ist der weltweit am häufigsten konsumierte Kaffee und macht rund 70 Prozent der Branche aus. Es ist bekannt für seine hochwertigen Aromen und Geschmäcker.

Im Vergleich mit Robusta:

  • ist er wetterempfindlicher
  • ist Arabica anfälliger für Schädlinge
  • wird Arabica unter schwierigen Bedingungen angebaut (niedrigere Temperaturen in Höhenlagen)
  • tragen Arabica Pflanzen in der Regel weniger Kirschen
  • haben Arabica Kaffeebohnen weniger Koffeingehalt
  • neigt er dazu, süßer und aromatischer zu sein

Robusta oder ist dagegen ein langlebigerer, robusterer Baum. Robusta macht etwa 30 Prozent  der Kaffeeindustrie aus.

Im Vergleich mit Arabica:

  • ist Robusta resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge
  • hat er einen höheren Koffeingehalt
  • gedeiht er etwas wärmeren Temperaturen im Tal
  • hat er einen höheren Ertrag mit mehr Kirschen. Allerdings bedeutet dies auch, dass die einzelnen Kirschen nicht so viele Nährstoffe erhalten und der Kaffee daher häufig von geringerer Qualität ist
  • neigt er dazu, bitter zu sein

Die große Welt der Kaffeesorten

Meist kaufen wir ohne Beachtung irgendeine Kaffeesorte. Wenn du das nächste Mal eine Tüte Kaffeebohnen kaufst, solltest du dir das Etikett etwas genauer ansehen. Auf diesem ist die Kaffeesorte aufgedruckt. 

Einige der häufigsten sind Typica, Bourbon und Caturra. Und dann ist da noch Gesha / Geisha, die wohl berühmteste Sorte von allen. Dieser exquisite Kaffee ist bekannt für seine zarten floralen Aromen, sowie seinem teeähnlichen Körper. Die grünen Bohnen wurden bereits für bis zu 750 Euro pro halben Kilo verkauft. 

Einige Hersteller vermischen auch verschiedene Sorten miteinander. Dadurch wird nicht nur der Umsatz erhöht, sondern es kann auch der Geschmack verbessert werden.

verschiedene kaffeesorten

Die Lebensdauer einer Kaffeepflanze

Man geht davon aus, dass Kaffeepflanzen bis zu 80 Jahre alt werden können. Wenn die Farmen allerdings auf starken Umsatz abzielen, reduziert sich die Lebensdauer oft auf 20 bis 30 Jahre. 

In den ersten Lebensjahren einer Kaffeepflanze sollten man allerdings keinen allzu hohen Ertrag erwarten. Erst ab einem Alter von drei bis vier Jahren fangen sie das Blühen an. Alle Kaffeepflanzen waren zu Beginn auch nur die Samen, die jeden Tag geröstet und gebraut werden. Während der Wachstumsphase wirst du die Blätter sprießen sehen. Die meisten Hersteller lassen die jungen Kaffeepflanzen in Baumschulen gedeihen, bis sie auf den Feldern eingepflanzt werden können.

Sobald eine Kaffeepflanze reif ist, fängt sie an Blüten zu tragen. Meistens geschieht dies nach starken Regenfällen. Und nach den Blüten, sprießen die Kaffeekirschen. In einigen Ländern wie Kolumbien blühen Kaffeepflanzen zweimal im Jahr. Daraus ergeben sich zwei Ernten pro Jahr. 

  • Für Arabica-Kaffee beträgt die Zeit von der Blüte bis zur Ernte etwa neun Monate.
  • Robusta-Kaffee kann je nach Klima und Boden zwei- bis dreimal im Jahr geerntet werden.

Eine Kaffeepflanze mit leuchtenden Kirschen und zarten weißen Blüten ist ein wahrhaft schöner Anblick. Vielleicht handelt es sich nur um eine einfache Sorte die im Tal wächst oder um eine sehr delikate Pflanze die in Höhenlagen gedeiht. Wie auch immer, dank der Kaffeepflanze können Millionen Menschen auf dieser Welt aromatischen Kaffee genießen. 


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